Abendstimmung im Bergdorf Mougins. Foto: mouginstourisme, A. Hildenberg

Mougins, das Bergdorf mit lebendiger Kunstszene

13. Juli 2026 | 0 Kommentare

Die pittoreske Altstadt zwischen Meer und Bergen bietet neben Museen und zahlreichen Galerien ein vielseitiges kulinarisches Angebot von hoher Qualität. Ganz in der Nähe laden die Gärten des Internationalen Parfümmuseums Grasse zu einer multisensorischen Entdeckungsreise ein.

Adrett und sauber, Efeu und Kletterrosen sich an den bunten Hauswänden festkrallend, blumengeschmückte Gassen, zahlreiche Galerien, das neue Museum FAMM, Restaurants in Hülle und Fülle: So präsentiert sich das Dorf Mougins an der Côte d’Azur, rund zehn Kilometer nördlich von Cannes. Es ist die Altstadt – Vieille Ville – die hier beschrieben ist, ein kleines Runddorf auf gut 250 Metern Höhe. Von hier oben, besonders vom Glockenturm aus, genießt der Besucher ein 360-Grad-Panorama ins Hinterland, bis in die Bucht von Cannes und die Lérins-Inseln. Die Anfahrt mit dem Auto ist unkompliziert. Der Gast wird automatisch auf einen der vielen kostenlosen Parkplätze unterhalb des Dorfes gelenkt. Allerdings: Von den tiefer gelegenen Plätzen ist der Weg nach oben schon ein wenig anstrengend. Auf dem letzten Stück aber gibt es einen Glasaufzug.

Picassos Haus der Träume

Das alte Mougins, ein Bergdorf – village perché – zeigt sich charmant wie pittoresk und scheint den Andrang der Besucher ganz gut zu verkraften. Auf der Place des Patriotes mit dem überdimensionalen Kopf von Pablo Picasso wird mehr oder weniger ernsthaft Boule gespielt. Die Bronzeskulptur schuf der niederländische Künstler Gabriel Sterk. Picasso, 1881 in Málaga in Spanien geboren, verbrachte die letzten zwölf Jahres eines Lebens von 1961 bis zum 8. April 1973 in Mougins. Seine letzte Ruhe fand der weltberühmte spanische Maler, Bildhauer und Grafiker im Garten seines Schlosses in Vauvenargues bei Aix-en-Provence. Picasso lebte sehr zurückgezogen im Mas Notre-Dame-de-Vie (heute Château de Vie) wenige Kilometer südlich des alten Dorfes. Der Maler, Grafiker und Bildhauer, der geschätzt mehr als 50.000 Werke schuf, nannte seinen Wohnsitz in Mougins „das Haus meiner Träume“. Heute ist es ein Museum mit einer Sammlung von Gemälden, Skulpturen und Zeichnungen des Künstlers. Gleich in der Nähe befindet sich an einer Allee toskanischer Zypressen die Kapelle Notre-Dame-de-Vie, in der sich eine Fotoausstellung über Picasso befindet.

Das mittelalterliche Bergdorf trägt vor allem Dank Picasso den Titel Künstlerdorf. Viele Kunstschaffende zieht es bis heute wegen seiner besonderen Atmosphäre zwischen Meer und Bergen nach Mougins. So ist eine lebendige Kunstszene entstanden, die seit zwei Jahren mit einem neuen Highlight aufwartet: Das FAMM, Femmes Artistes Musée Mougins. Das erste private Museum in Europa, das ausschließlich Werke von Frauen ausstellt, vom Impressionismus bis Zeitgenössischer Kunst vom 19. Jahrhundert bis heute. (Anmerkung der Autorin: ein spezieller Artikel im September)

Außergewöhnliche Pflanzenpracht

Die Gärten des MIP

Von Mougins aus in die Welthauptstadt der Parfümindustrie Grasse sind es nur wenige Kilometer. Ein interessanter Zwischenstopp für Pflanzenliebhaber und Blumenfreunde – auch solche, die es noch werden wollen – sind Les Jardins du MIP, die Gärten des Internationalen Parfümmuseums Grasse, in Mouans-Sartoux. Die Gärten sind ein rund drei Hektar großes Freiluftmuseum, in dessen einzigartiger Kulisse die Besucher die Düfte der Pflanzen entdecken und vor allem riechen können, die seit Jahrhunderten die wertvollen ätherischen Öle für die Herstellung der Parfüms liefern. Jasmin, verschiedene Rosen, Lavendel, Mimose, Geranien, Iris, Zitrusfrüchte, aber auch aromatische Küchenkräuter, diverse Bäume und Sträucher machen den Spaziergang durch diese Anlage zu einem intensiven Erlebnis für die Sinne. Die mediterrane Trilogie von Oliven, Wein und Weizen fehlt ebenso wenig wie ein Teich mit Lotusblumen und ein leise vor sich hin plätschernder uralter Wasserlauf.

Die Gärten sind ein Ort der Ruhe und Kontemplation. In der Stille summen die unterschiedlichsten Bienenarten, schwirren Libellen in den herrlichsten Farben, versuchen bunte Schmetterlinge, ihnen und der Blütenpracht – je nach Jahreszeit – Konkurrenz zu machen. Vögel, Enten, Kröten und Krabbeltiere: Die Fauna scheint unendlich. Und natürlich lassen die Zikaden im Sommer ihr nie verklingendes Konzert an- und abschwellen. „Der Garten ist ein interaktives und multisensorisches Erlebnis“, verspricht die Werbung für einen Besuch nicht zu viel. Die vor 15 Jahren angelegten Gärten des Internationalen Parfümmuseums Grasse wurden 2022 als „Bemerkenswerter Garten“ ausgezeichnet. Damit werde das Engagement für den Erhalt der Umweltqualität sowie ihr botanisches und historisches Interesse gewürdigt, heißt es in der Begründung.

Stolze Schönheit

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