Mittagspause im Café de la Place in Eygalières.

Der authentische Charme von Eygalières

14. November 2020 | 0 Kommentare

Das beschauliche Dorf Eygalières unweit von Saint-Rémy-de-Provence war Drehort des Kinofilms „Ein Sommer in der Provence“. Touristischer Anziehungspunkt der kleinen Gemeinde ist der Markt an jedem Freitag.

Zehn Kilometer südöstlich von Saint-Rémy-de-Provence liegt das beschauliche Eygalières. Nicht einmal 2000 Einwohner zählt das Dorf. Wenn man es in den Wintermonaten oder am Nachmittag eines heißen Sommertages besucht, scheint es in einen tiefen Schlaf gefallen zu sein. Kaum ein Mensch auf den Straßen. Hin und wieder bellt ein Hund. Der Wind fegt die letzten Blätter des Herbstes über den Asphalt, oder er bringt ein wenig Abkühlung, wenn die Sonne im Juli und August erbarmungslos die Temperaturen weit über die 30-Grad-Marke steigen lässt.

Alles andere als ein verschlafenes Nest

Eygalières ist aber alles andere als ein verschlafenes Nest, das der Reisende einfach links liegen lässt. Längst hat das Dorf seine Fans gefunden. Bei Provence-Kennern ist es aus zwei Gründen außerordentlich beliebt: erstens, weil es seinen authentischen Charme behalten hat, und zweitens wegen seines Marktes an jedem Freitag. Und dann gibt es noch einen weiteren Grund, in Eygalières Halt zu machen. Der wunderbare Spielfilm „Ein Sommer in der Provence“ (2014) mit Jean Reno in der Hauptrolle wurde dort gedreht.

Eygalières liegt im Parc naturel régional des Alpilles, dem kleinsten Naturpark Frankreichs. Olivenbäume, grüne Täler und Weinfelder umgeben das Dorf. Viele der besten Olivenöle und Weine der Provence werden in dieser Region erzeugt. Bienen finden eine Vielfalt an Blüten, und die Imker können so eine reichhaltige Auswahl an Honigen anbieten.

Filmkulisse und Café de la Place

Im Ortskern, links und rechts der Hauptstraße Rue de la République, reihen sich die alten grauen Steinhäuser wie Perlen auf einer Kette aneinander. Bäume und Sträucher sowie duftende Blumen in Mauerritzen machen das Ensemble ungewollt zu einer Filmkulisse. An der D 24B gibt es eine große Anzahl kostenloser Parkplätze. Von dort aus sind es nur wenige Schritte bis zum Place Marcel Bonnein, wo sich das Café de la Place befindet.

Bei einem kühlen Glas Rosé im Sommer – oder einem kleinen Roten im Winter – dazu eine Terrine oder etwas Schinken mit frischem Baguette, lässt es sich auf den bunten Metallstühlen lange aushalten und das Ambiente entdecken. Alte Schilder, offen liegende Strom- und Telefonkabel „zieren“ Häuserfronten. Beim anschließenden Spaziergang über die Rue de la République gibt es nette kleine Restaurants, die sich mittags und abends großer Beliebtheit erfreuen, und Geschäfte zu entdecken.

Ein ganz besonderer Markt

Jeden Freitag ist es mit Ruhe und Beschaulichkeit allerdings vorbei. Es ist Markttag. Für mich ist dieser Markt etwas ganz Besonderes. Hier finde ich zwar auch das ganze Sortiment eines provenzalischen Marktes und die vielen Dinge, die Touristen gerne mit in die Heimat nehmen, aber dennoch ist dieser Markt anders als in Saint-Rémy, Avignon, Sanary-sur-Mer oder Nizza. Irgendwie hat er einen ganz besonderen Charme und versprüht ein wenig Nostalgie. So richtig erklären kann ich es nicht. Also: Schauen Sie einfach mal vorbei.

Der Film

Ein bezaubernder Film mit Jean Reno (DVD Concorde Entertainment)

Wer seine erste Reise in die Provence plant, kann sich mit dem Kinofilm „Ein Sommer in der Provence“ von Rose Bosch wunderbar einstimmen (auf DVD und Blu-ray). Der im Jahr 2014 erschienene Film wurde hauptsächlich in Eygalières gedreht, wo die Schauspieler während der Produktion auch gewohnt haben. Wer im Café de la Place fragt, wo genau welche Aufnahmen gemacht wurden, erhält Antwort.

Hauptdarsteller Jean Reno, der im Film Oliven anbaut und Öl erzeugt, besitzt in der Provence ein Bauernhaus und kennt sich gut mit Olivenbäumen aus. „Ich fühle mich wohl in dem natürlichen Reichtum, den diese Region zu bieten hat“, wird der Schauspieler in einem Interview zitiert.

Die Geschichte: Léa, Adrien und ihr kleiner gehörloser Bruder Théo, die mit der Mutter in Paris leben, fahren in den Sommerferien zum ersten Mal zu den Großeltern in die Provence. Großvater Paul (Jean Reno) haben sie wegen eines Familienstreits noch nicht kennen gelernt. In den Ferien – ohne die Mutter, die beruflich ins Ausland reisen musste – geht es turbulent zu. Am Ende findet die Familie wieder zusammen.

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