Montagne Sainte-Victoire bei Aix-en-Provence. Foto: Atout France/ Robert Palomba

Die Montage Sainte-Victoire war die „große Liebe“ von Paul Cézanne

19. März 2022 | 0 Kommentare

Der markante Gebirgszug faszinierte den in Aix-en-Provence geborenen Maler ein Leben lang. Heute stellen dort viele Hobbykünstler ihre Staffeleien auf. Kunstinteressierte folgen den Spuren des großen Meisters.

Mächtig erhebt sich die Montagne Saint-Victoire aus dem nur leicht hügeligen Umland gen Himmel. Im gleißenden Sonnenschein zeichnen sich die Linien des wie in Silber getauchten Gesteins scharf gegen den blauen Himmel des Midi ab. Zu Füßen des kargen Kalksteinmassifs in Nähe der wunderschönen Stadt Aix-en-Provence gedeihen vor allem Laub- und Nadelgehölze. Über 18 Kilometer erstreckt sich der Gebirgszug mit seiner steilen Südseite von Osten nach Westen und ist neben dem Mont Ventoux die imposanteste Erhebung in der Provence. Der höchste Punkt: der Pic des Mouches mit 1011 Metern.

30 Ölbilder und 45 Aquarelle

Auf der Fahrt zur Côte d’Azur über die Autoroute 8, hin zu den mondänen Städten Cannes und Nizza, wirkt der markante Höhenzug wie ein Magnet auf das Auge. Die Region, in der warmen Jahreszeit ein beliebtes Ziel für Radfahrer, Wanderer und Kletterer ist ebenso eines für Kunstinteressierte. Paul Cézanne, 1839 in Aix-en-Provence geboren und 1906 ebenda gestorben, war von der Montage Saint-Victoire regelrecht besessen. Er malte das Gebirge im unterschiedlichen Licht der Tages- und Jahreszeiten und aus verschiedenen Perspektiven. Dieser Gebirgszug war eines der Hauptthemen des weltberühmten Malers. Davon zeugen mehr als 30 Ölbilder und 45 Aquarelle.

Das Atelier des Lumières in Paris zeigt die Mutimediaschau „Cézanne, Lumières des Provence“.
Foto: Culturespace

Paul Cézanne konnte das Gebirge von seinem Atelier Les Lauves im Norden von Aix aus sehen. Oberhalb des Ateliers, das der Stadt gehört und besichtigt werden kann, liegt der Aussichtspunkt Terrain des Peintres, Ort der Maler. Von dort genießt man einen großartigen Blick auf den Berg. Viele Hobbymaler stellen hier ihre Staffeleien auf, wo am 15. Oktober 1906 Cézanne wenige Tage vor seinem Tod von einem Gewitter überrascht worden war und wohl zum letzten Mal seine „große Liebe“ Sainte-Victoire gesehen hat.

„Wenn du hier geboren bist,

ist es woanders hoffnungslos. Es gibt nichts Vergleichbares.“

Paul Cézanne (Foto: akg-images)

Schon als junger Mann, bei Spaziergängen mit dem Schriftsteller und Maler Émile Zola rund um Aix, war er vom speziellen Licht der Provence begeistert. Die französische Kultur-Stiftung Culturespace, widmete Paul Cézanne in den berühmten Carrières des Lumières in Les Baux-de-Provence im vergangenen Jahr die großartige Multimediaschau „Cézanne, Lumières de Provence“, die jetzt bis zum 2. Januar 2023 in den Atelier des Lumières in Paris zu sehen ist.

Eine der beliebtesten Städte Frankreichs

Paul Cézanne, der sein Leben hauptsächlich in Aix-en-Provence und Paris verbrachte, ist der bedeutendste Sohn der schönen Universitätsstadt in Frankreich. Zu seinen Lebzeiten war der Maler bei seinen Mitbürgern nicht besonders angesehen. Erst 2004 erhielt die 1973 gegründete Universität den Namen Paul Cézanne Aix-Marseille III. In den fünf Fachbereichen sind Studierende aus aller Welt eingeschrieben. Von den rund 150.000 Einwohnern sind rund ein Drittel Studenten. Die historische Hauptstadt der Provence ist jung und lebendig – ähnlich wie Montpellier, bietet hohe Lebensqualität und zählt zu den beliebtesten Städten in Frankreich.

In Aix-en-Provence genießt man das Leben.
Foto: Atout France/Alizée Palomba

Ein Spaziergang auf dem Cours Mirabeau zwischen den beiden Brunnen Fontaine du Roi René im Osten und Fontaine de la Rotonde im Westen ist beeindruckend. Gesäumt von wunderschönen Bürgerhäusern, vielen Cafés, Bistros und Restaurants ist die architektonische Pracht der Stadt mit römischen Wurzeln allgegenwärtig. Hier herrscht Lebensfreude, genießen Einheimische und Touristen den Midi. Ein Rundgang durch die Gassen der Altstadt darf nicht fehlen. Wer Zeit hat, bleibt ein bisschen länger und begibt sich auf die Spuren von Paul Cézanne, bewundert in seinem Atelier Staffeleien, persönliche Gegenstände, Zeichnungen und Aquarelle und folgt ihm bis hin zur Montagne Sainte-Victoire, die auch Pierre-Auguste Renoir, Pablo Picasso und Wassily Kandinsky faszinierte und inspirierte.

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