Frankreich, das meistbesuchte Land der Welt – nicht nur der Liebe wegen

Eine kleine Einführung in die Grande Nation. 90,2 Millionen Touristen in 2019 geben ein klares Votum für „bleu, blanc, rouge“ ab. Und der deutsch-französische Vertrag machte aus Feinden Freunde.

Paris, die Stadt der Liebe. Das assoziieren wir als erstes mit Frankreich. Warum auch nicht, denn die Metropole und Hauptstadt mit 2,2 Millionen Einwohnern – im Großraum sind es 12,6 Millionen – eignet sich bestens als Einstieg, um dieses Land mit seiner unverwechselbaren Lebensart „savoir vivre“, seiner Kultur und Geschichte, seinen vielfältigen Landschaften, seiner 4900 Kilometer langen Küstenlinie allein in Europa und seinen Menschen und Traditionen kennen zu lernen.

Frankreich, na ja, werden Sie vielleicht sagen. Frankreich lohnt sich, sage ich. Dafür sprechen 90,2 Millionen Touristen aus aller Welt, die das flächenmäßig größte Land Europas 2019 besuchten. Die mit Abstand meisten von ihnen sind Europäer, darunter gut drei Millionen Deutsche. Und mehr als die Hälfte aller Reisenden kommt mit dem Auto. Denn Frankreich muss „erfahren“ werden.

Gelungene Verbindung zwischen Tradition und Moderne

Frankreich ist das meistbesuchte Land der Welt: wegen der Stadt der Liebe, der Schlösser an der Loire, dem romantischen Elsass, der wilden Bretagne, der lebensfrohen Cote d’Azur, der Alpen mit dem 4810 Meter hohen Mont Blanc, den Naturparadiesen in seiner Mitte und natürlich der sonnenverwöhnten Provence – und ganz bestimmt wegen seiner exzellenten Küche. Frankreich begeistert aber auch mit seiner gelungenen Verbindung zwischen Tradition und Moderne. Historische Stadt- und Dorfkerne sind lebende Filmkulissen. Innovative Architektur schlägt die Brücke zwischen alt und neu.

Europa und Übersee

Frankreich, das ist nicht nur Europa, nicht nur Korsika, nicht nur kleine, der Küsten am Mittelmeer und Atlantik vorgelagerte, Inseln. Frankreich, das sind auch Französisch-Guayana an der Nordostküste Südamerikas, die Inseln Guadeloupe und Martinique im südlichen Karibischen Meer, Mayotte im Indischen Ozean zwischen Madagaskar und der Küste von Mosambik sowie La Réunion im Indischen Ozean. Der Präsident, seit 2017 Emmanuel Macron, regiert also auch in Übersee, in diesen fünf der insgesamt 101 Départements. Das europäische „Metropolitan“ Frankreich erstreckt sich vom Ärmelkanal im Norden bis zum Mittelmeer im Süden, vom Rhein im Osten bis zum Atlantik im Westen. Das Land liegt größtenteils in der gemäßigten Klimazone, im Südosten herrscht Mittelmeerklima.

Von Ludwig XIV. bis zum Élysée-Vertrag

Frankreich hatte bereits im 17./18. Jahrhundert in Europa eine Führungsrolle und Vormachtstellung inne. Ludwig XIV. (1638-1715) war Vorbild absolutistischer Herrscher. Die Französische Revolution mit der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte (1789-1799) war Beginn der Demokratisierung. Heute ist Frankreich zusammen mit Deutschland treibende Kraft der europäischen Integration.

Die deutsch-französischen Beziehungen waren in den vergangenen Jahrhunderten oft feindselig. Revolutionäre Unruhen, die Annektion von Elsass-Lothringen, die verheerenden Weltkriege – Deutschland und Frankreich hatten sich nicht viel zu sagen. Erst Konrad Adenauer (1876-1967), der deutsche Kanzler von 1949 bis 1963, suchte wieder Annäherung. Der französische Präsident Charles de Gaulle und er unterzeichneten 1963 den Élysée-Vertrag, den Vertrag der deutsch-französischen Zusammenarbeit, der die Freundschaft beider Staaten begründete und bis heute zu etwas ganz besonderem, unerlässlichen macht.

Landwirtschaft, Industrie und Tourismus

Frankreich ist mit seinen rund 65 Millionen Einwohnern hinter Deutschland (83 Millionen) das bevölkerungsreichste Land in Europa. Lebensstandard, Lebenserwartung und Bildung sind hoch. Frankreich hat die fünft-stärksten Streitkräfte der Welt, ist einzige Atommacht in der Europäischen Union und ständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates. Die meisten Migranten kommen aus Nordafrika.

Gut die Hälfte der Staatsfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Im Norden überwiegen Ackerbau und Viehzucht, im Süden werden mediterrane Produkte erzeugt, die Überseegebiete ergänzen das Angebot mit tropischen Erzeugnissen. Exportiert werden vor allem Wein, Champagner, Getreide und Käse. Die wesentlichen Sektoren der Industrie sind Telekommunikation, Luftfahrt, Rüstung, Automobilbau und Pharmazeutik. Ein sehr bedeutenden Wirtschaftsfaktor ist auch der Tourismus.

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